Warum überhaupt Umsatzsteuer auf den Dienstwagen (BMF-Schreiben vom 03.03.2026)?
Der zentrale Punkt ist: Die private Nutzung des Dienstwagens ist umsatzsteuerlich kein „bloßer Vorteil“, sondern eine Leistung des Arbeitgebers gegen Entgelt
Steuerstrafrecht: Warum gute Strafverteidigung die Grenze zwischen falscher Erklärung und Steuerhinterziehung kennen muss
Das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 6. August 2025, 1 StR 177/25, ist vor allem eine Mahnung an Verteidigung und Tatgerichte: Zwischen einer objektiv unrichtigen Steuererklärung und einer strafbaren Steuerhinterziehung liegt die Vorsatzfrage. Wer diese Differenzierung nicht sicher beherrscht, verteidigt im Steuerstrafrecht am Kern des Vorwurfs vorbei. A. Nicht jede steuerlich falsche Erklärung ist eine Straftat […]
Keine Insolvenzanfechtung bei Steuerzahlungen aufgrund bestandskräftiger Bescheide (BGH, IX ZR 32/24)
Mit Urteil vom 18.07.2025 hat der Bundesgerichtshof eine wichtige Grundsatzfrage zur insolvenzrechtlichen Anfechtung von Steuerzahlungen entschieden: Zahlungen auf einen bestandskräftigen Steuerbescheid sind grundsätzlich nicht nach der Insolvenzordnung anfechtbar – selbst dann nicht, wenn sich später herausstellt, dass die Steuer materiell gar nicht geschuldet war.
Nicht nur vereinbaren, sondern auch machen: Gewinnabführungsvertrag muss zeitnah erfüllt werden (BFH, I R 37/22)
Der Bundesfinanzhof hat mit Urteil vom 05.11.2025 – I R 37/22 seine Rechtsprechung zur tatsächlichen Durchführung eines Gewinnabführungsvertrags (GAV) im Rahmen der körperschaftsteuerlichen Organschaft präzisiert.
Gesellschafter-Geschäftsführer: Anscheinsbeweis für Privatnutzung des betriebl. Fuhrparks bleibt bestehen (BFH, I B 17/24)
Der Bundesfinanzhof hat mit Beschluss vom 17.12.2025 (Az. BFH-Beschluss I B 17/24) seine strenge Linie bei der privaten Nutzung von Firmenfahrzeugen durch Gesellschafter-Geschäftsführer bestätigt.
Insolvenz und Firmenbestattung: Strafbarkeit der Hintermänner im Fokus der Rechtsprechung (BGH, 5 StR 287/24)
Mit Urteil vom 27.02.2025 hat der Bundesgerichtshof (Az. BGH-Urteil, 5 StR 287/24) klargestellt, dass bei sogenannten Firmenbestattungen nicht nur der formelle Strohgeschäftsführer strafrechtlich verantwortlich sein kann. Auch im Hintergrund agierende Personen können als Täter haften.
Wenn der Staat über die Ostergeschenke entscheidet: 20.000 € sind zu viel (FG Rheinland-Pfalz, 4 K 1564/24)
Mit Urteil vom 04.12.2025 hat das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (Az. FG Rheinland-Pfalz Urteil 4 K 1564/24) entschieden, dass ein Ostergeschenk von 20.000 € kein steuerfreies Gelegenheitsgeschenk mehr darstellt. Die Entscheidung sorgt insbesondere wegen ihrer Begründung für Aufmerksamkeit.
Arbeitszimmer in der Eigentumswohnung: Steuerneutral entnehmen und auch keine Spekulationsfrist (FG München, 13 K 1234/22)
Das Finanzgericht München (FG München, 13 K 1234/22) hat entschieden, dass bei der Veräußerung einer Eigentumswohnung kein steuerpflichtiges privates Veräußerungsgeschäft entsteht, wenn ein zuvor betrieblich genutztes Arbeitszimmer innerhalb der Wohnung vor Ablauf von zehn Jahren aus dem Betriebsvermögen entnommen wurde – sofern die Wohnung insgesamt erst nach Ablauf der zehnjährigen Haltefrist verkauft wird.
Ermäßigter Umsatzsteuersatz bei Hotelübernachtungen: EuGH bestätigt deutsche Aufteilungsregelung
Der Europäischer Gerichtshof hat am 05.03.2026 entschieden, dass die deutsche Umsatzsteuerregelung zur Besteuerung von Hotelübernachtungen grundsätzlich mit dem Unionsrecht vereinbar ist. Gegenstand der Entscheidung war die Auslegung mehrerer Vorschriften der Richtlinie 2006/112/EG zur Anwendung ermäßigter Mehrwertsteuersätze.
Wenn der Postmann zu spät klingelt: Zugang von Steuerbescheiden und Fristen (BFH, VI B 36/24)
Mit BFH Beschluss vom 24.06.2025 – VI B 36/24 hat der Bundesfinanzhof erneut klargestellt, dass Steuerpflichtige sich gegen eine zu pauschale Anwendung der gesetzlichen Postlaufvermutung durch die Finanzverwaltung wehren können.