Korts

Grundsteuer in Baden-Württemberg: Finanzamt muss hohe Gutachterkosten erstatten (8 KO 351/26)

Wenn der Nachweis des niedrigeren Werts zu teuer wird: Das Finanzgericht Baden-Württemberg hat mit Beschluss vom 05.05.2026 eine praxisrelevante Entscheidung zur neuen Grundsteuer in Baden-Württemberg getroffen. Es ging um die Frage, ob die Kosten eines Verkehrswertgutachtens erstattungsfähig sind, wenn der Steuerpflichtige mit diesem Gutachten erfolgreich einen niedrigeren Grundsteuerwert nachweist.

FG Sachsen: Kein Abschlag auf Grundstückswert trotz Altlasten (3 K 40/23)

Wie wirkt sich die Kontamination eines Grundstücks mit Altlasten auf dessen steuerlichen Wert aus? Das Sächsische Finanzgericht hat hierzu eine für die Grundstücksbewertung interessante Entscheidung getroffen: Potenzielle künftige Sanierungs- und Sicherungskosten rechtfertigen keinen Bewertungsabschlag, wenn den Eigentümer zum Bewertungsstichtag kein entsprechendes finanzielles Inanspruchnahmerisiko trifft.

Einkommensteuerreform 2027: Kleine Entlastungen, spürbare Mehrbelastungen (EStRefG 2027)

Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat am 18. August 2026 den Referentenentwurf für ein Einkommensteuerreformgesetz 2027 vorgelegt. Der Entwurf sieht auf der einen Seite höhere Freibeträge, mehr Kindergeld und eine Anpassung des Einkommensteuertarifs vor. Auf der anderen Seite sollen insbesondere die steuerliche Förderung von Handwerkerleistungen gekürzt, die Pauschalsteuer für Minijobs deutlich erhöht und hohe Einkommen stärker belastet werden.

Aussetzungszinsen 2014 bis 2018: 6 % verfassungswidrig? FG Münster geht deutlich weiter als der BFH (9 V 583/26)

Das Finanzgericht Münster sorgt bei den seit Jahren umstrittenen Aussetzungszinsen für neue Bewegung: Mit Beschluss vom 3. Juni 2026 hat der 9. Senat die Vollziehung von Aussetzungszinsen für die Jahre 2014 bis 2018 in voller Höhe ausgesetzt. Nach Auffassung des Gerichts bestehen ernstliche Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Zinssatzes von 0,5 % pro Monat bzw. 6 % pro Jahr.

Dienstwagen trotz Privatnutzungsverbot: BFH hält an Anscheinsbeweis bei Gesellschafter-Geschäftsführern fest (I R 33/23)

BFH hält an strengerer vGA-Rechtsprechung fest – mögliche Divergenz zum VI. Senat: Kann die private Nutzung eines betrieblichen Pkw durch einen Allein-Gesellschafter-Geschäftsführer auch dann als verdeckte Gewinnausschüttung (vGA) behandelt werden, wenn der Geschäftsführervertrag eine Privatnutzung ausdrücklich untersagt? Der I. Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) beantwortet diese Frage weiterhin mit Ja.

Zypern Ltd. und verdeckte Gewinnausschüttung (BFH, I R 57/23)

Zypern Ltd.: Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 24. Juni 2026 (I R 57/23) die abkommensrechtlichen Grenzen der deutschen vGA-Rechtsprechung präzisiert. Danach kann Art. 9 Abs. 1 DBA-Zypern 2011 die Anwendung der nationalen Sonderbedingungen für beherrschende Gesellschafter beim formellen Fremdvergleich sperren.